Die Logistik steht vor einem Kapazitätsproblem. Während der elektronische Handel rasant wächst, kämpfen Unternehmen mit einem chronischen Arbeitskräftemangel. In Tschechien macht die Nachfrage nach Lagerarbeitern 64 Prozent aller ausgeschriebenen Stellen in der Logistik aus. Die Lösung ist ein massiver Einsatz von Robotern. Diesen Trend bestätigt auch die neue Umfrage unter den tschechischen Firmen. Laut der Studie planen 99 Prozent der Befragten, in den nächsten fünf Jahren zumindest eine teilweise Automatisierung im Bereich der Logistik einzuführen.
Intelligentere, schnellere und flexiblere AMR
Die Haupttechnologie sind autonome mobile Roboter(AMR). Im Gegensatz zu älteren AGV- Geräten, die blindlings Magnetbändern auf dem Boden folgen, nutzen AMR Sensoren (LiDAR, 3D Kameras ) und die SLAM-Technologie (Simultaneous Localization and Mapping) für die Gestaltung der eigenen digitalen Karte des Lagers. Dadurch können Roboter Hindernissen dynamisch ausweichen, egal ob es sich um eine falsch abgestellte Palette oder eine Person handelt. Ihr Einsatz ist somit deutlich schneller und erfordert keine kostspieligen baulichen Maßnahmen.
Die tatsächliche Effizienz wird erst durch den Einsatz einer ganzen Flotte autonomer Roboter erreicht, die wie ein einziger intelligenter Organismus funktioniert. Diese Tätigkeit sichert das Fleet Management System (FMS). Es steuert und koordiniert eine Gruppe autonomer mobiler Roboter (AMR) oder automatisierter geführter Fahrzeuge (AGV) in einer Logistik- und Produktionsumgebung. Es sorgt für die Zuweisung von Aufgaben, die Verkehrssteuerung, die Verwaltung des Ladevorgangs, Analysen und Berichte.
Klare Daten: Produktivität und Rentabilität der Investitionen
Die Vorteile der Robotisierung sind messbar und massiv. Goods-to-Person-Systeme, bei denen ein Roboter die Waren direkt zum Bediener bringt, eliminieren bis zu 85 Prozent der unproduktiven Zeit, die mit dem Laufen im Lager verbracht wird. Das Unternehmen Alza hat dank des Einsatzes von mehr als 400 Robotern den Versand seiner Waren um das Vierfache beschleunigt. Die Firma Vermont konnte dank der Automatisierung den Bedarf an Saisonarbeitern um 50 Prozent senken. Die Rentabilität der Investition liegt in der Regel zwischen 1 und 3 Jahren.
Ein gutes Beispiel aus der Praxis ist das Lager von Authentica Fulfillment in der Nähe von Brünn, wo sich die Investition in der Höhe von drei Millionen Euro in 63 Roboter innerhalb von drei Jahren amortisieren soll. Roboter können rund um die Uhr arbeiten und legen täglich 30 bis 50 km zurück, eine Strecke, die ein Mensch mit einem Gabelstapler nur schwer bewältigen könnte.
Tschechische Spur und Zukunft der Arbeit
Die Robotisierung ist nicht nur eine Domäne globaler Giganten. In Tschechien gibt es bereits vollrobotergesteuerte Lager, wie beispielsweise das von Dextrum Fulfillment in Paskov. Eine weitere interessante Lösung ist das einzigartige Hochleistungssystem Archeion das von der Technischen Universität in Liberec entwickelt wurde.
Für die zuverlässige Koordination von Dutzenden von Robotern werden außerdem zunehmend private 5G-Netze eingesetzt, die im Vergleich zum WLAN eine höhere Stabilität und geringere Verzögerungen bieten. Ein Beispiel dafür ist das Lager in Paskov, wo das 5G-Netz von T-Mobile eine fehlerfreie Kommunikation der Roboterflotte gewährleistet.
Die Zukunft der Logistik wird zunehmend durch ein höheres Maß an Intelligenz geprägt sein. Die künstliche Intelligenz (KI) wird eine Schlüsselrolle bei der fortschrittlichen Routenoptimierung und vorausschauenden Wartung spielen. Auch die Bedeutung von digitalen Zwillingen – virtuellen Nachbildungen von Lagern, die es ermöglichen, Prozesse zu testen und zu optimieren, ohne den realen Betrieb zu stören – nimmt zu. Langfristig zeichnet sich der Einsatz humanoider Roboter ab. Planen Sie die Robotisierung Ihrer Lager oder Betriebe? Wir helfen Ihnen gerne weiter, lassen Sie uns über Ihr Projekt sprechen.


